Wie schule ich Mitarbeiter in KI, die kein Deutsch sprechen?
In der Fertigung arbeiten oft 30 Prozent der Belegschaft ohne belastbare Deutschkenntnisse. Für den Nachweis nach Artikel 4 zählt, dass die Schulung verstanden wurde.
Über eine ehrliche Zuordnung zuerst und über angeleitete Schulung in Kleingruppen für die, die übrig bleiben. Die Pflicht aus Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, und eine Maßnahme, die der Adressat sprachlich nicht versteht, ist keine. Ein abgeklicktes Training in einer Sprache, die jemand nicht liest, erzeugt ein Zertifikat und keine Kompetenz.
In einem produzierenden Betrieb in Niederbayern mit 180 Beschäftigten sind das schnell 40 bis 60 Leute, die polnisch, rumänisch, ukrainisch oder türkisch als Erstsprache haben und deren Deutsch für die Schichtübergabe reicht, aber nicht für einen Text über Halluzinationen von Sprachmodellen.
Dieser Beitrag klärt, wie viele davon überhaupt geschult werden müssen, welche Wege ohne fremdsprachige Inhalte funktionieren und wie der Nachweis dabei entsteht.
Wie viele der fremdsprachigen Beschäftigten muss ich überhaupt schulen?
Nur die, die mit KI-Systemen des Betriebs befasst sind. Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025 und knüpft an die tatsächliche Befassung an, nicht an die Beschäftigtenzahl. Wer an einer Presse steht, in der keine KI arbeitet, fällt nicht darunter, unabhängig von seiner Sprache.
Diese Rechnung lohnt sich, bevor über Übersetzungen nachgedacht wird. Von 50 fremdsprachigen Beschäftigten bleiben nach einer sauberen Zuordnung häufig 8 bis 15 übrig, weil KI-Funktionen in der Fertigung heute vor allem in Qualitätsprüfung, Instandhaltungsplanung und Schichtplanung stecken und nicht an jedem Arbeitsplatz. Für 12 Personen ist eine angeleitete Schulung machbar, für 50 wird sie zum Projekt.
Der Satz, der dabei nicht hält, lautet „unsere ausländischen Kollegen nutzen kein KI”. Wer eine KI-gestützte Vorauswertung bedient oder ihren Ausgaben folgt, ist befasst, auch wenn er die Oberfläche nur über Symbole bedient. Die Zuordnung muss also am Arbeitsplatz gemacht werden und nicht an der Personalliste.
In welchen Sprachen gibt es die Inhalte?
Die Kurse der PASSION4IT Academy sind standardmäßig auf Deutsch. Inhalte in weiteren Sprachen prüfen wir auf Anfrage, das ist keine Zusage aus dem Katalog. Wer eine größere Gruppe mit einer bestimmten Erstsprache hat, sollte das im Erstgespräch nennen, weil sich die Frage dann konkret rechnen lässt.
Damit ist der ehrliche Stand benannt. Für einen Betrieb, der nächste Woche 12 Leute schulen muss, ist die Antwort auf die Sprachfrage nicht die Übersetzung des Katalogs, sondern ein anderes Format.
Welche Wege funktionieren ohne fremdsprachige Inhalte?
Die angeleitete Kleingruppe ist der tragfähigste. Eine Führungskraft oder ein Kollege mit derselben Erstsprache geht die Einheiten mit vier bis sechs Leuten gemeinsam durch, hält an und erklärt in der Sprache, die im Raum verstanden wird. Die Einheiten der Academy sind auf 20 bis 30 Minuten geschnitten und lassen sich dafür anhalten. Zeitlich landet man bei zwei bis drei Terminen pro Gruppe.
In vielen Betrieben gibt es diese Person schon, weil sie bei Arbeitssicherheit und Brandschutz dieselbe Rolle hat. Die Logistik dafür ist eingespielt, die Zeitfenster sind akzeptiert, und die Teilnahme steht im Schichtplan. Wer die KI-Einheiten dort anhängt, muss keinen neuen Prozess erfinden.
Der zweite Weg ist die Arbeitsanweisung in der Landessprache für den konkreten Anwendungsfall. Nicht die allgemeine KI-Schulung wird übersetzt, sondern die eine Seite, die sagt, was an dieser Anlage erlaubt ist, wem eine auffällige Ausgabe gemeldet wird und welche Daten nicht in ein KI-Werkzeug gehören. Das ist die Information, die im Alltag zählt, und sie ist kurz genug, um sie sauber übersetzen zu lassen.
Was nicht funktioniert, ist der maschinell übersetzte Untertitel als Alleinlösung. Bei Fachbegriffen aus der KI-Verordnung wird daraus schnell etwas anderes, und der Betrieb hat einen Nachweis, den er selbst nicht gegenlesen kann.
Wie entsteht der Nachweis, wenn die Schulung angeleitet läuft?
Über die Anwesenheit der Gruppe plus die einzelne Erfassung in der Plattform. Ein belastbarer Nachweis besteht aus der Zuordnung, welche Rollen mit KI arbeiten, der durchgeführten Schulung mit Inhaltsübersicht und Teilnahmenachweis pro Person, und einem Termin für die Überprüfung. Bei der Kleingruppe kommt das Protokoll dazu, in dem steht, wer die Schulung geleitet hat und in welcher Sprache sie stattgefunden hat.
Dieser Zusatz ist der Punkt, an dem eine Auskunft überzeugt oder nicht. Ein Betrieb, der dokumentiert hat, dass 12 rumänischsprachige Beschäftigte in zwei Terminen von einem Vorarbeiter in ihrer Sprache angeleitet wurden, hat eine bessere Grundlage als einer, der 50 deutschsprachige Zertifikate vorlegt und auf Nachfrage nicht sagen kann, ob die Inhalte verstanden wurden. Wie ein solcher Nachweis aufgebaut wird, steht in KI-Schulung dokumentieren.
Die Lizenz wird pro Nutzer gebucht, es gibt keine Mindestmenge, und die Fortschrittsanzeige liefert den Teilnahmenachweis pro Person auch dann, wenn die Einheit gemeinsam durchlaufen wurde.
Was kostet das?
59 Euro pro Person und Jahr für das KI-Modul mit KI-Führerschein zum Listenpreis. Bei 12 zugeordneten Personen sind das 708 Euro im Jahr. Dazu kommt die Arbeitszeit für die Anleitung, bei zwei Terminen à 90 Minuten für drei Gruppen liegt man bei rund neun Stunden für die anleitende Person.
Der Vergleich, der die Entscheidung trägt, ist nicht Academy gegen Präsenzseminar. Er ist die angeleitete Kleingruppe für 12 zugeordnete Personen gegen die Übersetzung eines gesamten Lernpfads für eine Belegschaft, von der zwei Drittel gar nicht schulungspflichtig sind.
Fazit
Die Sprachfrage steht in der falschen Reihenfolge, wenn sie vor der Zuordnung kommt. Erst wird geklärt, wer tatsächlich mit KI arbeitet, dann ist die Gruppe meist klein genug, dass eine angeleitete Schulung in der verstandenen Sprache der schnellere Weg ist als eine Übersetzung.
Wer das für den eigenen Betrieb sortieren will, geht mit der Fertigungsleitung die Anlagen durch und markiert, an welchen eine KI-Funktion aktiv ist. Danach lässt sich sagen, wie viele Leute betroffen sind und ob dafür eine Anleitung reicht oder eine Sprachvariante geprüft werden sollte.