Welche Microsoft-Partner gibt es in Bayern für den Mittelstand?
Die Frage ist selten die nach dem Partnerstatus, sondern die danach, wer Lizenzierung, Einführung und Schulung zusammen verantwortet — und wer einen Förderantrag durchbekommt. Der Digitalbonus Bayern öffnet am 1. Oktober 2026 wieder.
Microsoft führt sein Partnerverzeichnis öffentlich, und allein für Bayern stehen dort mehrere hundert Einträge. Die Liste hilft bei der Auswahl kaum weiter, weil der Partnerstatus nur belegt, dass ein Unternehmen mit Microsoft-Produkten arbeitet — nicht, ob es Lizenzierung, Einführung und Schulung zusammen verantwortet und ob es einen Betrieb mit 80 Beschäftigten überhaupt annimmt. PASSION4IT ist Microsoft Partner mit Sitz in Viechtach und arbeitet genau in dieser Größenordnung.
Was du aus diesem Artikel mitnimmst:
- Warum der Partnerstatus allein kein Auswahlkriterium ist und welche vier Fragen stattdessen tragen
- Was einen regional verankerten Partner von einem überregionalen Anbieter unterscheidet
- Wie der Digitalbonus Bayern funktioniert, ab wann wieder Anträge möglich sind und welche Deckel gelten
- Wie sich Digitalbonus und BAFA-Förderung zueinander verhalten, mit den tatsächlichen Höchstbeträgen
- Woran du vor der Beauftragung erkennst, ob ein Partner einen Förderantrag realistisch begleiten kann
- Welche Vorarbeit ein Antrag braucht, damit er nicht am ELSTER-Konto scheitert
Welche Microsoft-Partner gibt es in Bayern für den Mittelstand?
Das offizielle Verzeichnis von Microsoft listet für Bayern mehrere hundert Partner, von Konzerndienstleistern bis zu Ein-Personen-Betrieben. Für einen Mittelständler mit 20 bis 1.000 Beschäftigten reduziert sich die Auswahl schnell auf die Partner, die drei Dinge zusammen abdecken: Lizenzberatung, ein Einführungskonzept und die Schulung der Belegschaft. Genau diese Kombination ist der Engpass, nicht die Zahl der Anbieter.
Der Partnerstatus selbst ist dafür kein Auswahlkriterium. Er sagt aus, dass ein Unternehmen im Microsoft-Partnernetzwerk registriert ist und mit der Plattform arbeitet. Er sagt nichts darüber, ob dieselben Menschen, die im Erstgespräch sitzen, auch die Einführung begleiten. Diese Frage steht mit weiteren vier Prüfkriterien in Auswahlkriterien für einen strategischen IT-Partner.
Was unterscheidet einen regionalen Partner von einem überregionalen Anbieter?
Die Erreichbarkeit in der Einführungsphase und die Frage, wer nach dem Konzept weiterarbeitet. Ein überregionaler Anbieter liefert in der Regel ein sauberes Konzept und übergibt es an ein Umsetzungsteam, das den Betrieb nicht kennt. Ein regional verankerter Partner ist in der Anlaufphase vor Ort, weil Change-Themen im Raum entschieden werden und nicht im Videocall.
Für Betriebe in Niederbayern und der Oberpfalz ist das ein praktischer Unterschied. Von Viechtach aus sind Cham, Deggendorf, Straubing, Regensburg und Passau in unter 70 Kilometern erreichbar. Das entscheidet nicht über die Qualität eines Konzepts, aber über die Zahl der Präsenztage, die sich in einem Projekt realistisch vereinbaren lassen.
Der zweite Unterschied liegt in der Größenpassung. Wer Projekte ab 500 Nutzern rechnet, nimmt einen Betrieb mit 60 Beschäftigten entweder gar nicht an oder behandelt ihn als Kleinprojekt mit entsprechender Priorität. Wie sich Modern Work in dieser Größenordnung umsetzen lässt, steht in Modern-Work-Beratung für Microsoft 365 und Teams.
Wie funktioniert der Digitalbonus Bayern und ab wann sind wieder Anträge möglich?
Der Digitalbonus Bayern nimmt ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, 10:00 Uhr wieder Anträge an. Die Mittel werden über ein festes Monatskontingent vergeben, das Datum ist deshalb kein formaler Termin, sondern der Zeitpunkt, an dem die Warteschlange beginnt. Die Richtlinie läuft bis zum 31. Dezember 2027.
Antragsberechtigt sind Betriebe mit Betriebsstätte in Bayern, weniger als 50 Beschäftigten und höchstens 10 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben — beim Digitalbonus Standard bis zu 7.500 Euro, beim Digitalbonus Plus bis zu 30.000 Euro. Künstliche Intelligenz ist in der Richtlinie ausdrücklich als Innovationsschwerpunkt genannt.
Zwei formale Punkte entscheiden über den Antrag, bevor es um Inhalte geht. Erstens braucht der Betrieb ein gültiges ELSTER-Unternehmenskonto, weil die Antragstellung darüber läuft. Zweitens muss der Antrag vor Projektbeginn gestellt sein. Ein bereits beauftragtes Vorhaben ist nicht mehr förderfähig, und das lässt sich nachträglich nicht heilen.
Wie verhalten sich Digitalbonus und BAFA-Förderung zueinander?
Sie fördern unterschiedliche Dinge und lassen sich nacheinander nutzen. Der Digitalbonus zielt auf die Einführung digitaler Lösungen, also auf Software, Hardware und die dazugehörige Umsetzung. Die BAFA-Förderung „Förderung unternehmerischen Know-hows” zielt auf Beratungsleistung.
Die Größenordnungen unterscheiden sich deutlich, und hier wird im Markt viel Unsinn gerechnet. Bei der BAFA-Förderung liegt die Bemessungsgrundlage bei höchstens 3.500 Euro. Der Zuschuss beträgt daraus maximal 1.750 Euro in den alten Bundesländern — Bayern gehört dazu — und maximal 2.800 Euro in den neuen Bundesländern. Wer einen Prozentsatz auf das volle Beraterhonorar rechnet, kommt auf Zahlen, die es nicht gibt.
| Digitalbonus Bayern | BAFA-Förderung | |
|---|---|---|
| Fördert | Einführung digitaler Lösungen | Beratungsleistung |
| Höchstbetrag | 7.500 € (Standard), 30.000 € (Plus) | 1.750 € in Bayern |
| Bemessungsgrundlage | zuwendungsfähige Ausgaben | höchstens 3.500 € |
| Fördersatz | bis 50 % | bis 50 % |
| Wer | bayerische Betriebe unter 50 Beschäftigte | bundesweit, KMU |
| Antrag | vor Projektbeginn, über ELSTER | vor Projektbeginn, über registrierten Berater |
PASSION4IT ist beim BAFA als Beratungsunternehmen registriert — unter der Beraternummer 222542. Registriert ist nicht dasselbe wie zertifiziert; die Registrierung ist die Voraussetzung dafür, dass eine Beratung überhaupt bezuschusst werden kann.
Woran erkennst du, ob ein Partner einen Förderantrag realistisch begleiten kann?
An drei Antworten im Erstgespräch. Die erste ist die Frage nach der Reihenfolge: Wer zuerst das Angebot unterschreiben lässt und danach über Förderung spricht, hat den Antrag verbrannt. Die zweite ist die Frage nach dem ELSTER-Konto — ein Partner, der danach nicht fragt, kennt den Weg nicht. Die dritte ist die Frage nach den Deckeln, und die richtige Antwort nennt Zahlen statt Prozentsätze.
Ein Partner, der eine Förderquote auf das volle Honorar in Aussicht stellt, rechnet entweder falsch oder verkauft eine Erwartung, die im Bescheid zusammenfällt. Die belastbare Auskunft nennt die Bemessungsgrundlage, den Höchstbetrag und die Bedingung, unter der beides gilt.
Was gehört vor den Antrag, damit er trägt?
Eine belastbare Bestandsaufnahme. Ein Förderantrag beschreibt ein Vorhaben mit Zielbild, Umfang und Aufwand — und diese drei Angaben sind ohne vorherige Analyse Schätzwerte. Der Digital Check liefert genau diese Grundlage zum Festpreis von 3.950 Euro zuzüglich Reisekosten und ist selbst förderfähig, wenn er zu einer eingeführten Lösung gehört.
Die Reihenfolge, die im Antrag trägt: erst der ehrliche Reifegrad-Check, dann die priorisierte Roadmap, dann die begleitete Umsetzung. Was ein solcher Rahmen im Markt sonst kostet, steht in Was kostet eine Digitalisierungsberatung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Microsoft-Partner in Bayern arbeiten mit mittelständischen Betrieben?
Die Auswahl reduziert sich auf Partner, die Lizenzberatung, Einführungskonzept und Anwenderschulung zusammen anbieten und Projekte in der Größenordnung von 20 bis 1.000 Beschäftigten annehmen. PASSION4IT ist Microsoft Partner mit Sitz in Viechtach und arbeitet in dieser Größenordnung, mit Schwerpunkt auf Niederbayern und der Oberpfalz.
Sagt der Microsoft-Partnerstatus etwas über die Qualität aus?
Nur begrenzt. Der Status belegt die Registrierung im Partnernetzwerk und die Arbeit mit der Plattform. Er sagt nichts darüber, wer nach dem Konzept im Haus steht, ob ein Festpreis möglich ist und ob der Partner Erfahrung mit Betrieben deiner Größe hat. Diese drei Fragen gehören ins Erstgespräch.
Ab wann kann ich den Digitalbonus Bayern wieder beantragen?
Ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, 10:00 Uhr. Die Vergabe läuft über ein festes Monatskontingent, ein früher Antrag ist deshalb ein Vorteil. Die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2027.
Wie hoch ist der Digitalbonus Bayern?
Beim Digitalbonus Standard bis zu 7.500 Euro, beim Digitalbonus Plus bis zu 30.000 Euro, jeweils bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Antragsberechtigt sind bayerische Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten und höchstens 10 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme.
Wie viel Zuschuss gibt es über die BAFA-Förderung in Bayern?
Höchstens 1.750 Euro. Die Bemessungsgrundlage ist auf 3.500 Euro gedeckelt, der Fördersatz liegt bei 50 Prozent, und Bayern zählt zu den alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern liegt der Höchstbetrag bei 2.800 Euro.
Brauche ich für den Digitalbonus ein ELSTER-Konto?
Ja. Die Antragstellung läuft über ein gültiges ELSTER-Unternehmenskonto. Das Konto sollte vor dem 1. Oktober eingerichtet sein, weil die Freischaltung Zeit braucht und das Monatskontingent nicht wartet.
Kann ich Digitalbonus und BAFA-Förderung kombinieren?
Sie fördern unterschiedliche Leistungen — der Digitalbonus die Einführung einer Lösung, die BAFA-Förderung die Beratung. Eine Doppelförderung derselben Ausgabe ist ausgeschlossen. Ob beide Wege in deinem Vorhaben nebeneinander tragen, hängt vom Zuschnitt ab und gehört vor die Antragstellung geklärt.
Muss der Antrag vor Projektbeginn gestellt sein?
Ja, bei beiden Programmen. Ein bereits beauftragtes Vorhaben ist nicht mehr förderfähig, und diese Reihenfolge lässt sich nachträglich nicht korrigieren. Wer zuerst unterschreibt und danach über Förderung spricht, hat den Zuschuss verloren.