Arbeitseinsatz im Donautal: Wie aus 22 Hektar Moorboden wieder Lebensraum wird
Am 16. September 2026 stand das Team von PASSION4IT auf der Projektfläche zwischen Moos und Künzing — Gehölzrückschnitt und Freilegen der Fläche. Was auf den 22 Hektar geplant ist und warum die Baumaßnahmen zum Jahreswechsel fertig sein müssen.
Am 16. September 2026 hat das Team von PASSION4IT einen Tag auf der Projektfläche im Donautal gearbeitet: Gehölze zurückschneiden, Fläche freilegen. Es ist die Vorarbeit für die Wiedervernässung von 22 Hektar Moorboden zwischen Moos und Künzing, die wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Planted finanzieren. Die Baumaßnahmen sollen zum Jahreswechsel abgeschlossen sein, ab 2027 renaturiert die Fläche.
Was du aus diesem Artikel mitnimmst:
- Was auf den 22 Hektar im Donautal konkret passiert und in welcher Reihenfolge
- Warum der bauliche Verschluss eines einzelnen Grabens den Ausschlag gibt
- Welche Arten von der Fläche profitieren und was Galloway-Rinder damit zu tun haben
- Warum ein Arbeitseinsatz im September die Voraussetzung für die Bauphase ist
- Wie sich die 1-Prozent-Verpflichtung von PASSION4IT nachprüfen lässt
Was passiert auf den 22 Hektar im Donautal?
Wir finanzieren die Wiedervernässung von 22 Hektar Moorboden — rund 30 Fußballfelder — zwischen Moos und Künzing. Der Kern der Maßnahme ist der bauliche Verschluss des Hauptentwässerungsgrabens. Dadurch wird die Torfzersetzung gestoppt, die auf entwässertem Moorboden dauerhaft abläuft.
Auf über 5 Hektar entsteht zusätzlich durch Beweidung mit Galloway-Rindern ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. Dazu kommen neue Flachwasserzonen. Die Laufzeit des Projekts ist 2026, die Baumaßnahmen sollen zum Jahreswechsel fertig sein. Ab 2027 arbeitet die Fläche von selbst.
Allgemein gilt: Intakte Moore können auf gleicher Fläche ein Vielfaches der Kohlenstoffmenge anderer Böden binden. Eine Projektzahl nennen wir dazu bewusst nicht — die gibt die Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt nicht her.
Warum entscheidet ein einzelner Graben über die ganze Fläche?
Weil ein Entwässerungsgraben ein Moor nicht nur trockenlegt, sondern den Prozess in Gang hält. Solange Luft an den Torf kommt, zersetzt er sich weiter. Ein Moorboden, der entwässert ist, hört nicht auf, sich abzubauen — er tut es Jahr für Jahr.
Der bauliche Verschluss dreht genau diesen Mechanismus um. Das ist der Grund, warum die Maßnahme an einer vergleichsweise kleinen baulichen Stelle ansetzt und trotzdem 22 Hektar betrifft. Die Fläche steigt danach wieder im Wasserstand, und die Vegetation verschiebt sich über die folgenden Jahre.
Welche Arten profitieren von der Fläche?
Das erklärte Ziel der Beweidung und der Flachwasserzonen ist der Schutz der lokalen Bestände von Großem Brachvogel und Kiebitz. Beide Arten brauchen offene, feuchte Flächen mit kurzer Vegetation — genau das, was durch die insektenschonende Beweidung mit Galloway-Rindern entsteht.
Die Fläche ist zugleich Rückzugsort für in Bayern gefährdete Arten, darunter Moorfrosch und Tüpfelsumpfhuhn, die auf nasse Lebensräume angewiesen sind. Zu den Maßnahmen gehören auch Zäune zum Schutz vor Prädatoren.
Warum ein Arbeitseinsatz im September?
Weil die Bauphase eine freie Fläche voraussetzt. Aufgewachsene Gehölze müssen zurückgeschnitten und die Fläche freigelegt sein, bevor am Graben gearbeitet werden kann. Dieser Schritt lässt sich nicht in den Winter verschieben, wenn die Baumaßnahmen zum Jahreswechsel abgeschlossen sein sollen.
Für uns hat der Tag noch einen zweiten Zweck. Ein Projekt, das nur als Position in einer Finanzierung existiert, bleibt abstrakt. Wer einen Tag auf der Fläche gearbeitet hat, kann danach erklären, worum es geht — und das ist bei einem Thema, das sonst schnell in Behauptungen abrutscht, mehr wert als jede Broschüre.
Wie lässt sich unsere Verpflichtung nachprüfen?
Wir haben uns verpflichtet, jährlich 1 Prozent unseres Jahresumsatzes in Naturschutzprojekte zu investieren. Nachprüfbar ist das im öffentlichen Verzeichnis von 1% for the Planet, in dem unser Profil geführt wird.
Das Moorprojekt im Donautal ist der Regionalbezug dieses Jahres. Es knüpft an unser bisheriges Engagement an — 5.000 Quadratmeter Waldfläche am Mühlriegel, beschrieben in Heimat schützen, und das akustische Monitoring im Wald, dessen Frühjahrsauswertung in Was der Frühling 2026 in Sattelbrunnen verrät steht.
Einen Überblick über alle laufenden Maßnahmen gibt die Seite Klimaaktiv.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo liegt das Moorprojekt von PASSION4IT?
Im Donautal zwischen Moos und Künzing in Niederbayern. Die Projektfläche umfasst 22 Hektar Moorboden, rund 30 Fußballfelder. Partner ist Planted, die Laufzeit des Projekts ist 2026.
Was genau wird auf der Fläche gemacht?
Der Hauptentwässerungsgraben wird baulich verschlossen, wodurch die Torfzersetzung gestoppt wird. Auf über 5 Hektar entsteht durch Beweidung mit Galloway-Rindern ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume, dazu kommen neue Flachwasserzonen und Zäune zum Schutz vor Prädatoren.
Welche Arten sollen geschützt werden?
Erklärtes Ziel ist der Schutz der lokalen Bestände von Großem Brachvogel und Kiebitz. Die Fläche ist zugleich Rückzugsort für in Bayern gefährdete Arten wie Moorfrosch und Tüpfelsumpfhuhn, die auf nasse Lebensräume angewiesen sind.
Wann ist das Projekt fertig?
Die Baumaßnahmen sollen zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Ab 2027 renaturiert die Fläche, das heißt der Wasserstand steigt und die Vegetation verschiebt sich über die folgenden Jahre ohne weiteres Zutun.
Wie viel CO₂ bindet das Projekt?
Dazu nennen wir keine Projektzahl. Allgemein gilt, dass intakte Moore auf gleicher Fläche ein Vielfaches der Kohlenstoffmenge anderer Böden binden können — eine belastbare Zahl für diese konkrete Fläche gibt die Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht her.
Was hat PASSION4IT am 16. September gemacht?
Das Team hat einen Tag auf der Projektfläche gearbeitet: Gehölze zurückschneiden und die Fläche freilegen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass anschließend am Entwässerungsgraben gebaut werden kann.
Wie lässt sich die 1-Prozent-Verpflichtung nachprüfen?
Über das öffentliche Verzeichnis von 1% for the Planet, in dem das Profil der PASSION4IT GmbH geführt wird. Die Verpflichtung lautet, jährlich 1 Prozent des Jahresumsatzes in Naturschutzprojekte zu investieren.
Welche Naturschutzprojekte laufen sonst noch?
5.000 Quadratmeter Waldfläche am Mühlriegel und ein akustisches Monitoring im Wald, dessen Auswertung wir veröffentlichen. Einen Überblick über alle laufenden Maßnahmen gibt die Seite Klimaaktiv.